Tagestour auf den Piz Morteratsch (bis ca. 3700 m)

Vom Parkplatz Morteratsch über die Bovalhütte und Fuorcla Boval auf den Piz Morteratsch

Piz Morteratsch mit eingezeichneter Umkehrstelle
Piz Morteratsch mit eingezeichneter Umkehrstelle

 

In den Jahren 1967, 1968 und 1985 bestieg ich den Piz Morteratsch. Das erste Mal auf der Normalroute über die Fuorcla Boval, das zweite Mal von der Bovalhütte über den Spraunzagrat. Bei diesen beiden Touren herrschte schönstes Wetter und wir hatten eine herrliche Sicht auf die Firnschneide des langen und hohen Biancograts.

 

Im August 1985 verbrachte ich mit meiner Familie und mit zwei befreundeten Familien einen Urlaub in Bergün am Albulapass. Elmar, Klaus, Lieselotte und ich wollten den Piz Morteratsch vom Parkplatz Morteratsch an einem Tag besteigen. Konditionell waren wir dafür gerüstet. Leider machte uns zunächst ein Wettersturz mit jeder Menge Neuschnee einen Strich durch die Rechnung. Der Albulapass wurde vorübergehend gesperrt. Die Ostseite war noch nicht geräumt und befahrbar.

 

Zwei Tage später fuhr ich mit meiner Frau in die Bernina, um die Verhältnisse vor Ort zu erkunden. Wir wanderten zur Bovalhütte. Die hohen Berge waren weit herab verschneit. Ich erkundigte mich bei Bergsteigern, die vom Piz Morteratsch auf die Bovalhütte zurückgekehrt waren, nach den Verhältnissen am Berg. Sie sagten mir, dass es oben viel Neuschnee habe. Der sei jedoch gut gespurt -  auch in den Felsen zur Fuorcla Boval hinauf. Steigeisen hätten sie bis zum Gipfel nicht gebraucht. Es sei nie glatt oder hart gewesen.

 

Auf Grund dieser Informatioinen beschlossen wir, die Tour am nächsten Tag zu wagen. Wir brachen um 04:00 Uhr in Bergün auf und wanderten kurz nach 05:00 Uhr morgens von Morteratsch zur Bovalhütte. Im ersten bewaldeten Wegstück war es noch dunkel und wir benutzten unsere Taschenlampen. Nach dem Heraustreten aus dem Bergwald begann es zu dämmern. Die Spitzen von Piz Palü und Bellavista leuchteten in der Morgensonne über dem nach schattig-düsteren Gletscher. Auf dem letzten Wegstück zur Bovalhütte tauchten nach einer Kurve um einen steilen Hügel herum Piz Bernina, Piz Priesluv und Piz Morteratsch im Licht der Morgensonne vor uns auf.

 

Bei unserem Eintreffen auf der Hütte gegen 07:30 Uhr brachen die Bergsteiger, die auf der Hütte übernachtet hatten, zum Piz Morteratsch auf. Wir frühstückten zunächst auf der Hüttenterrasse. Um 08:30 Uhr brachen wir auf. Wir veranschlagten 4 bis 4,5 Std. für den Aufstieg. Bis zu den Felsen unterhalb der Furcla Boval ging es zügig voran. Es wurde wärmer und der Schnee fing in den von der Sonne beschienenen Felsen zu tauen an. Große Eiszapfen, die sich von leicht überhängenden Felsstufen lösten, zerschellten auf Felsbändern in unserer Nähe. Wir seilten uns an und sicherten sorgfältig das letzte Stück über die Felsen zur Scharte hinauf.  In der Scharte blies ein kräftiger, eiskalter Nordwestwind. Nach kurzer Rast folgten wir der Spur im Schnee zum nördlichen Rücken bis vor dem letzten Gipfelaufschwung des Piz Morteratsch auf einer Höhe von ca. 3650 bis 3700 m hinauf.

 

Dort beschlossen wir umzukehren. Der Höhensturm der zurückliegenden Nacht hatte den pulvrigen Neuschnee, der den von mir am Vortag befragten Bergsteigern die Gipfelbesteigung ohne angelegte Steigeisen ermöglichte, völlig weggeblasen. Es kam im ganzen Schlusshang auf voller Länge und Breite hartes Blankeis zum Vorschein. Lieselotte hatte keine Steigeisen. Stufenschlagen wäre zu zeitraubend gewesen. Leider blieb uns dadurch die großartige Sicht auf den Piz Bernina und die Firnschneide des Biancograt verwehrt.

 

Für den Abstieg zog ich mir die Steigeisen an und bekam dabei vom eiskalten Wind klamme Finger. Unter der Fuorcla Boval lagen die Felsplatten und -bänder wieder im Schatten und die Spur im Schnee wurde eisig und glatt. Auf nassen Felsen bildete sich eine dünne Eisschicht. Traten wir mit dem Fuß auf der Abhangseite im Schnee zu weit nach rechts, rutschte der unter seiner gefrorenen Oberfläche nasse Schnee über die steilen Felsplatten ab. Da Lieselotte keine Steigeisen hatte, seilten wir uns sicherheitshalber an einem vorgefundenden  Abseilhaken über eine Felsplatte ab. Dafür opferte ich einen Karabiner, damit wir das Seil besser abziehen konnten.

 

Gegen 17:30 Uhr erreichten wir wohlbehalten den Parkplatz in Morteratsch.

 

Fotogalerie von der Gletscherwanderung Diavolezza - Bovalhütte

 

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